Deutscher Soldatenfriedhof

Noyers-Pont-Maugis

Die Kriegsgräberstätte liegt circa fünf Kilometer südlich von Sedan. Man verlässt die Stadt nach Westen in Richtung Reims, biegt unmittelbar hinter der Bahnüberführung nach links in Richtung Pont-Maugis ab und fährt rund vier Kilometer. In Pont-Maugis biegt man rechts ab Richtung Noyers und fährt bis zur Höhe 340.

Hier, auf den Höhenzügen westlich der Maas, legten die französischen Behörden im Jahre 1922 eine deutsche Kriegsgräberstätte an, auf die sie die in diesem Gebiet während des Ersten Weltkrieges gefallenen deutschen Soldaten umbetteten. Im Zweiten Weltkrieg gab es 1940 beim Durchbruch durch die Ardennen und die Maginot-Linie erneut heftige Kämpfe im Raum Sedan. Die Gefallenen, am Anfang von der Truppe am Wegrand oder auf provisorischen Friedhöfen bestattet, wurden in den Jahren 1940 bis 1942 durch den Gräber dienst der Deutschen Wehrmacht auf ein besonderes Feld im Anschluss an den Friedhof des Ersten Weltkrieges umgebettet. Nach Kriegsende betteten die Franzosen einige Soldaten zu. Beim Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens 1954 hatten hier bereits 4880 Tote des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte erhalten. Im Rahmen des Abkommens wurde der Volksbund von der Bundesregierung mit der Zubettung der Toten aus der weiteren Umgebung und der Ausgestaltung des Friedhofes betraut. Im Sommer 1959 begannen die Umbettungen.

Der Besucher betritt den Friedhof durch ein schmiedeeisernes Eingangstor. Eine überdachte Treppe führt zur Vorhalle, wo in einem Besucherraum die Namenbücher aus liegen. Ein Orientierungsplan gibt Auskunft über die Aufteilung des Friedhofes. Zur Straße hin ist die Kriegsgräberstätte durch eine drei Meter hohe Stützmauer abgeschirmt. Im Osten wird sie durch eine niedrige Bruchsteinmauer, im Norden durch einen Erdwall und im Westen durch Randbepflanzungen eingefasst.

Ein Weg führt vom Eingangsgebäude den Hang aufwärts zur Gedenkhalle, einer kleinen mit Kupfer gedeckten Kapelle. Der Innenraum ist als Kreuzgewölbe gestaltet und wird durch drei Rundfenster aus farbigem Glas erhellt. Als Verkörperung der Trauer um die Gefallenen beider Welt kriege steht hier die von Prof. Dr. Kurt Schwippert geschaffene Statue einer Frauenfigur aus Muschelkalk. Das Gräberfeld des Ersten Weltkrieges ist in zwei Blöcke – A und B – unterteilt. Am Ende steht ein Gedenkstein mit der Inschrift: "In einem gemeinsamen Grabe ruhen hier 4 938 deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges, 4 847 blieben unbekannt!"

Das Gräberfeld des Zweiten Weltkrieges ist in acht Blöcke unterteilt. Die Grabkennzeichnung erfolgte in den Blöcken 1 - 4 wegen der Hanglage durch liegende Grabplatten für je zwei Gefallene. In diesem Teil sind Kreuzgruppen aufgestellt. In den Blöcken 5 - 8 sowie auf dem Gräberfeld des Ersten Weltkrieges wurden Grabkreuze verwendet, die je vier oder sechs Namen tragen. Das Gemeinschaftsgrab für die Toten des Zweiten Weltkrieges befindet sich oberhalb des Plattenweges. Es birgt sieben bekannte und 30 unbekannte Tote und
ist durch einen liegenden Gedenkstein aus grauem Kalksandstein (Petit Granit) gekennzeichnet. Auf einer mit Schieferplatten belegten und mit einer Brüstungsmauer versehenen Bastion wurde ein 11 Meter hohes Kreuz aus grauem Granit errichtet. Von der in unmittelbarer Nähe befindlichen Terrasse geht der Blick
weit ins Maastal und die belgischen Ardennen.

Am 17. September 1966 wurde die Kriegsgräberstätte eingeweiht. Heute ruhen hier 14 055 Tote des Ersten und 12 788 Tote des Zweiten Weltkrieges.*

*Angaben der Deutschen Kriegsgräberfürsorge



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