Ardennen, Juni 2011

 

Von Jens Walko


 

 

1. „Dinant“ 

 

Dinant - Blick von der Zitadelle
Dinant - Blick von der Zitadelle

Die Ardennen waren Schauplatz der „Ardennenoffensive“ (1944/1945) im zweiten Weltkrieg.

Spuren der Panzerschlachten sind noch fast in jedem Ort zu finden.
Weniger bekannt ist, dass die Ardennen bereits im 1914-18 Kriegsschauplatz waren.
Bei meinem Besuch in Dinant suchte ich daher gezielt nach den Spuren des 1. Weltkrieges.

 

Dinant ist eine kleine Stadt (ca. 13.000 EW) im Südosten Belgiens am Ufer der Maas gelegen.
Geografisch liegt Dinant am westlichen Rand der Ardennen und gehört zur Provinz „Namur“ in „Wallonien“. Bekannt ist dieser Ort vor allem durch „Adolphe Sax“, den Erfinder des Saxofones (1814 bis 1894), der hier geboren wurde und bis 1835 in Dinant wohnte.

 

Ardennenlandschaft

 

 

Espace Sax
Espace Sax

 

 

Dinant - Denkmal für die Gefallenen von 1914

 

Das beherrschende Bauwerk ist neben der imposanten Stiftskirche die Zitadelle.

Sie befindet sich auf einem Felsen hoch über der Stadt und ist heute einfach und ohne Mühen mit einer Kabinenseilbahn zu erreichen. Die Ursprünge des Festungsbauwerks gehen auf eine Burg im Jahr 1040 zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Festung mehrfach zerstört und wieder neu errichtet. 1821 erhielt das Bauwerk dann die heutige Form einer Zitadelle.

 

Dinant
Dinant

 

Während des ersten Weltkrieges wurde die Zitadelle zur Bühne gewalttätiger Konfrontationen. Ein markantes Ereignis in der Stadtgeschichte waren die Kämpfe zwischen französischen und deutschen Soldaten vom 15. bis 23. August 1914.
Es waren mehr als 1000 Opfer auf jeder Seite zu beklagen und die Kämpfe gipfelten in einem Massaker an 674 Zivilisten. Die ganze Stadt wurde zerstört. Für die Opfer wurde zur Erinnerung ein großes Denkmal in der Stadt errichtet.


 

Zitadelle
Zitadelle
Blick von der Zitadelle
Blick von der Zitadelle

In der Zitadelle wurden die Franzosen von den Deutschen Angreifern bei den Kämpfen zurückgedrängt und es wurde ihnen der Rückweg abgeschnitten. Es kam zum Kampf Mann gegen Mann. Szenen des Gemetzels sind in der Zitadelle mit lebensgroßen Figuren in authentischen Uniformen nachgestellt. Die Leichen der 70 Opfer (Deutsche und Franzosen) wurden am Haupteingang der Zitadelle eingeäschert. Heute ist ein Denkmal an dieser Stelle errichtet.

 

Die Zitadelle kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Von der Besucherterrasse aus ist ein sagenhafter Blick auf die ganze Stadt bis weit in das Maastal hinein möglich. Die Terrasse befindet sich direkt oberhalb des Zwiebelturmes der großen Stiftskirche „Notre Dame“. Diese wurde in der Vergangenheit auch mehrfach zerstört.

 

Zitadelle - Schützengraben

 

Zitadelle
Zitadelle

Neben verschiedenen historischen Ausstellungsstücken und Dioramen findet man in der „Waffenkammer“ auch einige Gegenstände aus der Zeit des 1. Weltkrieges. 

Der Schwerpunkt liegt bei einer eindrucksvollen Waffensammlung sowie einer eher lieblos zusammengewürfelten Sammlung von Kopfbedeckungen (Tschakos und Pickelhauben).

 

Es folgt der „Schützengraben von 1914“ und der „Höhepunkt“ der Führung, die Begehung des „eingestürzten Bunkers“. Sieht man im „Schützengraben“ über manche Details großzügig hinweg (die Adrianhelme der verstaubten Soldatenfiguren stammen beispielsweise aus der Periode des zweiten Weltkriegs), ist diese Kulisse inkl. Geräuschuntermalung vom Tonband (Granateinschläge) ganz gut gemacht aber auch hinlänglich aus anderen Museen bekannt.

 

 

Ausstellung Zitadelle

 

Blick von der Zitadelle
Blick von der Zitadelle

Doch eine große Überraschung folgt: Man schreitet nun eine steile Treppe hinab und gelangt in einen dunklen Bunker-Unterstand. Stufe um Stufe wird dabei schräger bis man plötzlich in einem komplett schiefen Raum zum stehen kommt: Die Nachbildung eines eingestürzten Bunkers. Irgendwie empfindet man dort ein sehr komisches aber auch faszinierendes Gefühl der Hilflosigkeit und man will schnell wieder raus. Die Besuchergruppe ist verwirrt und der Gleichgewichtssinn scheint außer Kraft gesetzt zu sein. Die Menschengruppe vor mir muss sich langsam tastend entlang eines Handlaufes durch den Bunker schlängeln.

Eine Wasserfläche kurz vor dem „rettenden“ Ausgang verdeutlicht nochmals die Schräglage des Bauwerkes. Geschafft !

Es folgt eine kurze aber entspannte Fahrt mit der Seilbahn zurück in die Stadt.

In der Nähe der Kirche entdeckte ich noch einen sehr schönen kleinen Platz , den „Espace Sax“. Dort befindet sich eine interessante Skulptur des Künstlers „Félix Roulin“ (1931 in Dinant geboren) von 1994 zum Thema „Dinant“.

 

Zitadelle
Zitadelle

 

2. „La Roche-en-Ardenne“

 

Von der Straße aus Richtung „Hotton“ kommend wird man von einem Panzer „Achilles Tank Destroyer MK10“ empfangen. Ein „Denkmal“ zur Befreiung der Stadt am 11. Januar 1945.

Die „51.Schottische Highland Division“ wurde dabei von der „84. US Infanterie Division“ unterstützt. An dieses geschichtliche Ereignis wird an mehreren Punkten der Stadt erinnert.

Einen weiteren zum Denkmal umfunktionierten US-Panzer entdeckt man auf einem Parkplatz im Stadtkern.

 

Im Zentrum der mitten im Ardennenwald gelegenen Stadt befindet sich das
„Musée de la Bataille des Ardennes“ mit ca. 1.500m2 Aus-stellungsfläche.

Da sich dieses Museum aber ausschließlich den Ereignissen der Ardennenschlacht im 2. WK widmet, verzichtete ich auf einen Besuch. Für alle am 2. WK Interessierten
aber mit Sicherheit Pflichtprogramm.

 

In Erinnerung bleiben mir die mächtige imposante Burgruine auf einem Hügel über der Stadt und der schöne Fluss „Ourthe“. Dieser hinter La Roche-en-Ardenne in engen Kurven schlängelnde (leichte) Wildwasserfluss ist vielen Freizeitsportlern durch Kanu- und Kajakfahrten bekannt. 

 

Ardennen 2011
Ardennen 2011

 

 

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