Verdun, 27.10.2012 von

 

Timo Gälzer

 

Am 27.10., Samstagmorgen um acht,  machte ich mich zusammen mit meinem Bruder Torsten bei minus zwei Grad und Schnee in der Luft vom schönen Hunsrück auf den Weg nach Verdun. Jedoch hatte ich schon vorab festgestellt, dass es an der Maas wettermäßig weitaus besser aussehen würde als zuhause.....

 

Über Trier, Luxemburg (mit dem üblichen breiten Grinsen beim Tanken....), Longwy über Land in Richtung Azannes et Soumazannes ging es zum zentralen Schlachtfeld. Im Forum hatte ich mich bereits zehn Tage vorher mit einem netten Kontakt namens Michael verabredet. Wir wollten uns um zehn Uhr in Fleury vor dem Museum treffen und dann eine Tour in Richtung Steinbruch von Haudraumont und Ravin de la Mort starten. Aber leider kommt es anders, und vor allem als man denkt. Mitten auf dem flachen Land wurden wir von der französischen Polizei herausgewunken und ordentlich "gefilzt", obwohl ich mich streng an das Tempolimit von 90 km/h gehalten habe. Sah so aus als hätten unsere Freunde in Blau etwas Langeweile gehabt...... So erreichten wir den Parkplatz am Memorial leider erst um viertel vor Elf. Nach kurzer Begrüßung mit Michael und seinem Kumpel Volker beschlossen wir, die Steinbrüche von Haudraumont und die Todesschlucht zu besuchen. Ein Auto stellten wir am "Bajonettgraben" ab und fuhren dann zusammen weiter. 

 Währenddessen berichtete Michael, der schon einen Tag vorher angereist war, von seinem bisherigen Besuch. Unsere Begleiter waren schon gestern angekommen und hatten sich bereits auf dem linken Maasufer bei Vauquois umgesehen.  Beeindruckt haben dort die gewaltigen Spuren der Sprengungen, welche riesige Narben in der Landschaft hinterlassen haben. Vor unserem Treffen hatten sich die beiden schon mal bei eisigem Wind auf dem Dach des Forts Douaumont einen Überblick über das Gebiert verschafft.  Am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen wanderten wir gleich bergauf und konnten nach kurzem Weg durchs immer noch dicht stehende Unterholz die Stellungen ausfindig machen. Es ist schon bemerkenswert, wie viel Spuren der Schlacht auf den ersten Blick zu finden sind. Hierzu muss ich sagen, dass Michael wirklich ein super Auge für die mehr oder weniger gut sichtbaren Gegenstände dort hatte. Ihm entging während der ganzen Wanderung kein noch so kleines Fundstück, sei es eine Schrappnellgranate, eine Handgranate oder einfach nur größere Granatsplitter. Wenn man solche "Splitter" in der Hand hält kann man sich einen ungefähren Eindruck von den grausamen Verletzungen machen, welche diese verursacht haben mussten.

 

Die halbkreis-förmigen Unterstände in diesem Bereich sind noch sehr gut zu finden. In einen davon stiegen wir dann hinunter  und konnten darin bis zu 50 m hinein wandern. Außer dem neuzeitlichen Müll ist aber natürlich nicht mehr viel zu sehen, dem Eindruck dieser bedrückenden Enge und den möglichen Zuständen darin bei Artilleriebeschuss konnte ich mich aber nicht entziehen. 

Im Umfeld der Unterstände fanden wir dann auch einige Blindgänger, Tierknochen, Essgeschirr und Feldflaschen usw. Beeindruckend war hier, dass Michael genau zwischen französischen und deutschen Utensilien unterscheiden konnte. Soweit habe ich mich noch nicht mit dieser Materie beschäftigt. 

 

Im Anschluss wanderten wir weiter in die Todesschlucht. Hier hielten wir uns an der westlichen Talseite und bewegten uns immer parallel zur Talsohle. Auch hier waren die Spuren der Schlacht nach kurzer Orientierung unübersehbar. Granattrichter reihte sich an Granattrichter; in kurzen Abständen immer wieder Ausrüstungsgegenstände wie Essgeschirr und Werkzeug. Dem Adlerauge von Michael entging wirklich nichts. Allerdings sind dort auch viele Granaten auffällig mit Flatterband und/oder oranger Farbe markiert, sodass man nicht darauf treten kann. Desto mehr wir uns dem oberen Ende der Schlucht näherten, desto mehr waren Unterstände und ehemalige Gräben zu erkennen. Vielleicht liegt das daran, dass es sich bei dieser Talseite um die "sichere" Seite handelte was den Artilleriebeschuss betraf? Wenn man bedenkt, dass sich die Soldaten, Sanitäter und Essensholer dort damals fast nur bei Dunkelheit bewegen konnten.....

 

Wir verließen die Schlucht wieder genau am Bajonettgraben und fuhren mit einem Wagen wieder bergab zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von 5-8 Grad war dies ein schöner und interessanter Beginn! Michael zauberte mit seinem Gaskocher eine schöne Suppe mit Würstchen, welche wir uns am Rastplatz schmecken ließen. Hierfür nochmal vielen Dank. Weil es nun schon beinahe zwei Uhr war, und unsere beiden Begleiter nicht zu spät nach Belgien aufbrechen wollten, wurde beschlossen, die Forts Vaux und Douaumont zu besuchen. Mein Bruder und Volker waren zum ersten Mal auf dem zentralen Schlachtfeld und wollten sich beiden bekanntesten Werke natürlich ansehen. Für mich war eigentlich nur interessant, mich nach etwaiger neuer Literatur umzusehen. Im Fort Vaux angekommen, besorgten wir uns die Eintrittskarten für beide Werke und liefen durch die düsteren Gänge. Wenn man bedenkt, welche Opfer hier von den einfachen Soldaten beider Seiten erbracht wurden, nur um solch einen Schutthaufen zu erobern bzw. zu verteidigen.......

 

Nachdem wir anschließend auch den Douaumont besichtigt hatten, verabschiedeten sich Michael und Volker um nach Belgien zu fahren. Am nächsten Tag besuchten sie dort die Militärmesse in Cinay. Das hätte mich natürlich auch gereizt, leider hatte ich aber nur den Samstag zur Verfügung. Ich möchte mich bei beiden für den gelungenen Tag und die gute Suppe bedanken, auch wenn es zeitlich leider etwas knapp war. Dies wird nicht die letzte gemeinsame Tour gewesen sein. 

 

Im Anschluss erkundeten Torsten und ich noch das Werk Froideterre sowie die "Vier Schornsteine". Uns überraschte der gute Zustand des Werkes Froideterre, welches wir auch soweit möglich besichtigten. Danach ging es über die Straße 913b nach Verdun, um der im Zentrum gelegenen Buchhandlung noch einen Besuch abzustatten. Leider konnte ich dort die von mir gesuchte Literatur nicht finden. Ich werde deshalb weiterhin im Internet stöbern.

 

Wieder einmal von den ganzen Eindrücken gefangen machten wir uns anschließend auf den Heimweg in unsere schöne Hunsrück-Heimat. Vielen Dank nochmal für die ganzen Tipps, Anregungen und Karten (Danke Rene!!). 

 

Der nächste Besuch (wohl im Frühjahr 2013) ist schon grob in Planung. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Verdun-Tour. 

 

Viele Grüße Timo

 

 

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Aktualisiert:

Literaturtipps:

Das Magazin beinhaltet einen Artikel von Marcus Massing und Stephan Klink über die Panikforts von Verdun



Das große Verdun-Handbuch 

von Stephan Klink


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Ein ganz persönlicherer Tipp:

Seit dem 15.09.13 erhältlich: Sommer in Fleury -  

Ein Roman von

Andreas Gaubatz 

Jan Erhartitsch

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Ein sehr empfehlenswertes Buch meiner guten Bekannten Susanne Dittrich

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"In dem Buch werden die 2013 entdeckten Aufzeichnungen des Autors veröffentlicht, der 1916 vor Verdun in Kriegsgefangenschaft geriet 

Seine detaillierten Einblicke in das Schicksal vieler hunderttausender Kriegsgefangener wurden von S. Janke mit 25 Abbildungen, Karten und Erläuterungen kenntnisreich ergänzt."

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Sehr empfehlenswert:

Das neue Buch von Wim Degrande

Hier erhältlich: 

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